Bericht zur Podiumsdiskussion am 26.11.2018

„Wer ist hier Sachmittel?“ – diese Frage sollte sich jede als Hilfskraft angestellte Person einmal stellen und dieser Frage und den damit einhergehenden Problemen sind wir am 26.11.2018 gemeinsam mit der DGB-Hochschulgruppe nachgegangen. Dafür haben wir Katja Engels – Aktive der TVStud-Bewegung in Berlin – sowie Dr. Friedhelm Nonne – Kanzler der Universität Marburg – zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Der Personalrat der Universität Marburg antwortete leider nicht auf unsere Einladung.

Zunächst gab uns Katja Engels eine kurze Einführung in die Timeline der Ereignisse, die in Berlin zum neuen Tarifvertrag TVStud III geführt haben (mehr Infos unter: TVStud; FB TVStud; TVStud III). Dabei lag der Fokus auf der Organisation der Aktiven und der Streikbewegung. Es wurde aber auch deutlich, dass Hilfskräften in Berlin durch die Vereinbarungen im Tarifvertrag nicht nur höhere Löhne zugesichert werden. Der Tarifvertrag bringt in vielen Bereichen bessere Arbeitsbedingungen mit sich, beispielsweise in Bezug auf Urlaubs- und Krankheitsregelungen. Er schützt aber auch Studierene als besondere Form von Arbeitnehmenden, beispielsweise durch die klare Festlegung, welche Aufgaben Hilfskräfte übernehmen dürfen. Katja Engels machte dabei deutlich, dass die studentischen Personalräte sowohl für die Organisation des Arbeitskampfes wie auch für die Durchsetzung der Rechte von studentischen Beschäftigten an vielen Stellen eine entscheidende Institution darstellen.

Unter der Moderation von Jonathan Schwarz (GEW-Studis) wurde anschließend der Raum auch für die anderen Podiumsteilnehmer*innen geöffnet. Mit dem interessierten Publikum entwickelte sich eine kontroverse Diskussion um die Vertrags- und Arbeitsbedingungen von Hilfskräften an der Universität und hessenweit. Dabei kamen beispielsweise zu kurze Vertragslaufzeiten oder die Problematik der höheren Löhne für Studis mit Zwischenprüfung (und welche Studiengänge hier benachteiligt sind) zur Sprache. Des Weiteren wurde über Möglichkeiten der Organisierung von Hilfskräften und damit einhergehende Probleme gesprochen. Und natürlich wurde auch über mögliche mittel- und langfrisitige Ziele einer Organisierung gesprochen: Tarifvertrag nur für Studis? Oder Einbindung in den TV-H? oder erstmal eine Änderung des Hessischen Personalvertretungsgesetzes?

Viele Forderungen, die in der Diskussion aufkamen, richteten sich dabei auch an das Präsidium der Universität. Herr Nonne gab dabei in einigen Bereichen zu, dass es Verbesserungsbedarf gebe – beispielsweise zur Transparenz und Sichtbarkeit von Ausschreibungen, längere Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall und bessere Möglichkeiten, Hilfskräfte zu kontaktieren. Trotz in den letzten zwei Semestern unbeantworteter Gesprächsanfragen der Hilfskraftinitiative an das Universitätspräsidium sicherte Herr Nonne zu, darüber mit uns ins Gespräch kommen zu wollen. Wir nehmen ihm beim Wort!