Podiumsdiskussion mit TV-Stud-Bewegung und Präsidium der Uni Marburg

Liebe Hilfskräfte, liebe Unterstützer*innen, liebe Interessierte,

am 26.11.2018 diskutieren wir ab 18 Uhr in Raum +1/0120 des Hörsaalgebäudes (Biegenstr. 14) gemeinsam mit Vertreter*innnen der TV-Stud-Bewegung Berlin, des Personalrats und dem Kanzler der Uni über die Beschäftigungsverhältnisse von Hilfskräften an der Uni und über Tarifverträge für studentische Beschäftigte.

Wen nennst du hier Sachmittel? – Hilfskräfte zwischen Rechtlosigkeit und Anpassungsdruck

Als Hilfskraft hast Du nicht nur Pflichten, sondern natürlich auch Rechte. Die zu kennen lohnt sich: darf dein Arbeitgeber oder deine Arbeitgeberin von Dir verlangen, wegen Krankheit versäumte Stunden nachzuarbeiten? Bezahlter Urlaub, ist das drin?

Oft werden Hilfskräfte nicht als Teil des regulären universitären Personals wahrgenommen, sondern viel mehr der Kategorie „Sachmittel“ zugeordnet. Daraus ergeben sich massive Nachteile. Die Löhne von studentischen (SHK) und wissenschaftlichen Hilfskräften (WHK) klettert selten über das Mindestlohnniveau und reichen meist nicht zur Finanzierung des Lebensunterhaltes aus. Die Arbeitssituation von Hilfskräften ist aber nicht nur bezüglich der Entlohnung prekär, sondern auch weil meist Minimalstandards wie Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Personalvertretung keine Selbstverständlichkeit sind. Vom Personalrat sind studentische Hilfskräfte gar explizit per Gesetz ausgeschlossen. Und für höhere Löhne sind wir auf das Wohlwollen unserer Hochschulpräsidien angewiesen, welche die Höhe einseitig festsetzen. Wir möchten unsere Forderungen endlich in den anstehenden Tarifauseinandersetzung eingebracht und durchgesetzt sehen.

In Berlin konnten die studentischen Hilfskräfte durch massive Streiks eine Tarifanbindung erkämpfen. In diesem Sommer streikten hunderte Hilfskräfte für eine bessere Entlohnung und gesicherter Urlaubsansprüche. Getragen von einer breiten solidarischen Bewegung konnte dieser Kampf für ein besseres Arbeitsverhältnis erfolgreich abgeschlossen werden. Erreicht wurde u.a. eine Lohn- erhöhung ab sofort auf 12,30 Euro, Erhöhungen bis 2022 auf 12,96 Euro sowie eine Woche mehr Urlaub. Trotz des Erfolges ist Berlin bisher das einzige Bundesland, in dem ein Tarifvertrag für studentische Beschäftigte existiert. Auch an der Uni Marburg sind die Arbeitsbedingungen um einiges schlechter. Daher freuen wir uns, dass die Berliner Aktivistin Katja Engels bei uns sein wird und mit uns über die Berliner Verhältnisse diskutieren wird!

An dem Podium nehmen teil:

Veranstalter*innen: