Bericht zur gemeinsamen Diskussionsrunde Mit dem Referat für Kritische Wissenschaft – 24.05.2018

Am 24.05. 2018 haben wir zusammen mit dem Referat für Kritische Wissenschaft zu einer Diskussionsrunde zur Situation von Studis im aktuellen Hochschulsystem eingeladen. Als Gäste waren Daniel Gaittet und Steffen Käther vom Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi: http://www.bdwi.de/) anwesend. Der BdWi entstand Ende der ’60er Jahre mit dem Anspruch, Wissenschaft und Hochschule demokratischer zu gestalten und dabei universitäre wie außeruniversitäre Bewegungen zu verbinden.

Nach einem kurzen Input der beiden Gäste entwickelte sich eine spannende Diskussion, die auch geprägt war von der vielfältigen Zusammensetzung der anwesenden Studis aus den verschiedenen Fachdisziplinen wie Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften, Medizin, Physik und Sprachwissenschaften.
Die Diskussion drehte sich um Themen wie der Verantwortung von Wissenschaft in der Gesellschaft und die Neoliberalisierung der Hochschule. Es wurde die vielfältige Rolle von Hochschulen als Ausbildungsstätten, Wissensproduzentinnen bzw. Orte der Wissenschaft aber auch als Wirtschaftsunternehmen diskutiert. Dabei fiel der Blick auch auf ihre Funktion als „Platzanweiserin“ für Individuen. Unter dem Stichwort „Einheit von Forschung und Lehre“ befasste sich die Runde auch mit aktuell an Hochschulen sichtbaren und nicht sichtbaren Forschungsthemen und stellte fest, dass gesellschaftskritische Themen meist nur außerhalb von curricularer Lehre ihren Platz finden (müssen).

Am Ende der Diskussion wurden schließlich auch mögliche Vorgehensweisen zur Veränderung angesprochen: So liegt es ein Stück weit in der Verantwortung der Studis selbst, sich eine kritische und auch selbstreflexive Perspektive zu erarbeiten. Diese Kritik kann dann vielleicht vorbereitet (und mit Gleichgesinnten zusammen) in Seminare getragen und dort in die Diskussion eingebracht werden. Auch ein politischer Zusammenschluss zwischen Unter- und Mittelbau scheint hier erstrebenswert – denn nicht zuletzt die immer prekäreren Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft sind Folge und Hemmnis der Entwicklung von kritischer Wissenschaft.

Arbeitskampf ist also auch ein Einsatz für kritische Wissenschaft!