Gut besuchte Vollversammlung schlägt Referent*innen vor und beschäftigt sich mit den Arbeitsbedingungen von Hilfskräften

Am 07.11.2016 haben wir zur Vollversammlung aller studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte geladen. Trotz der recht kurzfristigen Einladung konnten wir uns über eine rege Beteiligung und eine größere Zahl an Anwesenden als letztes Jahr freuen.

Kennenlernen und Bericht

In der kurzen Vorstellungsrunde konnten wir wieder sehen, dass Hilfskräfte aus den unterschiedlichsten Fachbereichen und Einrichtungen vor Ort waren. Nach einem kurzen Bericht an was die Hilfskraftinitiative im letzten Jahr gearbeitet haben, haben wir uns in Kleingruppen über unsere Erfahrungen bei der Arbeit als Hilfskraft ausgetauscht.

Vorschlag der Referent*innen für das AStA-Referat für Hilfskräfte

Mit der neuen Satzung der Student*innenschaft der Philipps-Universität hat das Student*innenparlament die Hilfskraftinitiative Marburg als AStA-Referat institutionalisiert. Wie von der Satzung in Art. 28, Abs. 5 vorgesehen, hat die Vollversammlung zwei Kandidat*innen (einstimmig) vorgeschlagen. Vorgeschlagen und in der Sitzung des Student*innenparlamentes am 23.11.2016 als Referent*innen gewählt wurden Aygün Habibova (Fachbereich 1 und 3) und Tobias Klös (Fachbereich 21).

Inhaltliche Debatte

Damit wir die in den Kleingruppen aufgeworfenen Fragen besprechen konnten wurde gemeinschaftlich beschlossen das eigentlich vorgesehene Thema nicht zu behandeln. Stattdessen sind zu folgenden Themen Probleme bzw. Fragen aufgekommen:

  • Unterschiedliche Stundenzettelformate: Es scheinen unterschiedliche Stundenzettelvorlagen in den Fachbereichen und Zentren zu kursieren, was für Verwirrung sorgt.
  • Kontrolle der Stundenzettel: Stundenzettel werden von direkten Vorgesetzten unterschrieben, was zu Problemen führt wenn Hilfskräfte und Vorgesetzte unterschiedliche Ansichten dazu haben wie viel gearbeitet wurde.
  • Wochenendarbeit: Auch wenn die
    Uni-Leitung behauptet Wochenendarbeit wäre nicht vorgesehen
    , gibt es gerade in den zentralen Einrichtungen Wochenendarbeit. Die Aufgaben von Hilfskräften unterscheiden sich je nach Arbeitsbereich, so dass einige auch von zu Hause aus am Wochenende arbeiten. Die Eintragung von Wochenendarbeit ist aber bei einigen Stundenzetteln nicht möglich.
  • Überstunden: Eigentlich soll Mehrarbeit in einem Monat über die Folgemonate abgebaut werden. Da die Stundenzettel aber monatlich eingereicht werden, sieht es in diesen Folgemonaten so aus als, würde zu wenig gearbeitet werden. Das führt nicht selten dazu, dass die Hilfskräfte angewiesen werden “normal” zu arbeiten und so kein Ausgleich der Überstunden stattfindet. Hier muss dringend nachgebessert werden.
  • Bewerbungsprozess: Trotz Ausschreibung sind es doch meist persönliche Kontakte, die dafür sorgen, dass Student*innen eine Stelle als Hilfskraft bekommen.
  • Arbeitsverträge: Obwohl der “Leitfaden für das Beschäftigungsverhältnis als wissenschaftliche oder studentische Hilfskraft” Verträge, in denen unter 30 Std. pro Monat gearbeitet werden soll, nur in Ausnahmefällen vorsieht, wurde auf der Vollversammlung berichtet, dass sich solche Verträge neuerdings an einigen Fachbereichen häufen. Zudem herrscht Unsicherheit welche Konsequenzen es hat, wenn im Arbeitsvertrag “höchstens XX Stunden” statt “durchschnittlich XX Stunden” als Arbeitszeit steht.
  • Ansprechpartner*innen bei Problemen: Es ist problematisch, dass meist die Vorgesetzten die einzigen Ansprechpartner*innen bei Problemen sind. Gerade bei Konflikten mit den Vorgesetzten sind die Wirtschaftsverwaltungen und die Vorgesetzten keine geeigneten Ansprechpartner*innen.
  • Krankheitsbedingte Ausfälle: Obwohl der Leitfaden eindeutig festhält: “Krankheitsbedingte Fehlzeiten müssen nicht nachgearbeitet werden.” gibt es vereinzelt noch immer Vorgesetzte die verlangen Fehlzeiten nachzuarbeiten.
  • Befristungsregelung: Stellen werden aus unterschiedlichen Finanztöpfen bezahlt, daher unterscheiden sich die Arbeitsverhältnisse von Hilfskräften, aber auch nach welchen gesetzlichen Vorgaben die Befristung erfolgt.

Wie soll es nun weitergehen?

Da wir viele der Fragen nicht klären konnten haben wir vereinbart, dass wir einen weitere Vollversammlung zum Thema Stundenzettel machen werden. Diese soll am Beginn des nächsten Jahres stattfinden. Ziel wird es sein, die aufgeworfenen Fragen zu klären, das Wissen an alle anderen Hilfskräfte weiterzugeben und der Verwaltung konkrete Verbesserungsvorschläge zu machen.

Wir freuen uns euch am Anfang des Jahren wieder zu sehen!

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