Es bewegt sich was auf Fachbereichsebene!

Arbeitskampf fängt mit der Organisation von Arbeiter*innen an, das heißt in unserem Fall: mit der Organisation von Hilfskräften. Deshalb wollen wir fachbereichsinterne Hilfskräfte-Vollversammlungen etablieren. Oftmals wissen einzelne Hilfskräfte nichts oder nur wenig von ihren Kolleg*innen. So können sie sich kennenlernen und über Probleme (und natürlich auch über Erfreuliches) austauschen und vor allem fachbereichsspezifische Situationen besprechen und Fragen klären.
Dazu haben wir mit einem Pilot-Fachbereich, nämlich der Ev. Theologie (FB 05), angefangen und, zusammen mit der Fachschaft Roter Faden (FaRoFa), am 19.06.2019 alle Hilfskräfte zur Vollversammlung geladen.

Es hat sich gezeigt, wie unterschiedlich die Arbeitsbedingungen allein innerhalb eines einzigen Fachbereichs gestaltet sind. Von freier Zeit- und Arbeitseinteilung über faktische Abrufbereitschaft bis hin zu festen Arbeitszeiten ist alles vertreten. Was die meisten Hilfskräfte eint, ist die Abhängigkeit von ihren direkten Vorgesetzten. Diese drückt sich nicht nur in Bewertungssituationen aus, die Weichen für die eigene Zukunft und berufliche Laufbahn stellen, sondern auch in der schlichten Unsicherheit, ob der Arbeitsvertrag verlängert und der Lebensunterhalt weiter durch dieses Anstellungsverhältnis bestritten wird.

Wir haben jedoch nicht nur gemeckert, sondern auch Forderungen formuliert, um die Arbeitsbedingungen von uns Hilfskräften zu verbessern:
Wir fordern wenigstens ein Büro für studentische Hilfskräfte, in dem Arbeitsunterlagen gelagert werden können, in dem Hilfskräfte zum Austausch kommen und in dem wenigstens ein PC-Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
Wir fordern die Einrichtung von AD-Accounts für jede Hilfskraft. Auf diese Weise sind Hilfskraft-Tätigkeiten klar vom Privaten getrennt. Zudem entstehen auf diese Weise umfangreiche Ressourcen und ein Workflow, auf den nachfolgende Hilfskräfte zugreifen können.
Wir fordern eine Vertrauensperson für Hilfskräfte auf Fachbereichsebene. Diese ist nicht an eine Professur gebunden, sondern im Dekanat angestellt. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Hilfskräfte des Fachbereichs in Fragen von Arbeitsbedingungen, Arbeitsrecht und in Auseinandersetzungen mit den direkten Vorgesetzten.
Wenn der Personalrat uns nicht vertritt, organisieren wir uns eben selbst!

Wie geht es nun weiter?
Wir tragen unsere Forderungen natürlich weiter. Gemeinsam mit der FaRoFa führen wir Gespräche mit dem Dekanat. Insbesondere in Bezug auf die Vertrauensperson ist es unser Ziel einen entsprechenden Beschluss im Fachbereichsrat zu erwirken.
Im November wollen wir im FB 05 eine Vertrauensperson wählen!