Lohnerhöhungen und der Mini-Job-Mythos

Die Tarifverhandlungen zum Tarifvertrag Hessen sind vorbei und ver.di und GEW haben sich mit dem Land Hessen auf einen neuen TV-H geeinigt, mehr Infos dazu hier: GEW ; ver.di

Dabei wurden unter anderem Lohnerhöhungen für alle Landesbeschäftigten in drei Schritten beschlossen:
zum 01.03.2019 um 3,2%
zum 01.02.2020 um 3,2% und
zum 01.01.2021 um 1,%.

Durch einen Senatsbeschluss, den die Hilfskraftinitiative erwirkt hat, werden diese Lohnerhöhungen auch auf die Löhne der Hilfskräfte an der Uni Marburg angewendet, obwohl Hilfskräfte nicht Teil des Tarifvertrags sind. Einige von Euch haben bereits eine Mail der Uni bekommen, in der über die Lohnerhöhungen ab 01.07.2019 informiert wird. Darin wird unter anderem gewarnt, dass mit den Lohnerhöhungen einige die sogenannte „Mini-Job“-Grenze von 450€ überschreiten. Dies kann in einigen Fällen von Nachteil sein, muss es aber nicht. Deshalb wollen wir euch hier die wichtigsten Infos dazu geben:

Wenn Ihr als „geringfügig Beschäftigte“ (sog. Mini-Job) angemeldet seid, dann seid Ihr von allen Sozialversicherungsabgaben befreit, außer der Rentenversicherung (eine Befreiung ist auf Antrag möglich). Dies ist bis zu einer Verdienstgrenze von 450€ möglich. Wenn Ihr diese Grenze überschreitet, seid Ihr automatisch sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer*innen. Allerdings gibt es eine sogenannte Gleitzone (ab 01.07.2019 gilt die bis zu einem Verdienst von 1300€), in der nur verminderte Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen.
ABER: Als Studis seid Ihr in der Regel von der Sozialversicherung befreit. Ihr müsst nur Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Arbeitslosenversicherung fällt ganz weg und Kranken- und Pflegeversicherung müsst ihr unabhängig vom Job bezahlen. Das ist der Punkt, an dem es für manche von Euch zum Problem kommen kann.

Wenn Ihr noch unter 25 Jahre alt seid, dann seid Ihr wahrscheinlich über Eure Eltern familienversichert. Das könnt ihr aber nur bis zu einer gewissen Verdienstgrenze. Viele denken, dass diese Grenze nur mit einem Mini-Job eingehalten werden kann. Wenn Ihr sozialversicherungspflichtig beschäftigt seid, könnt ihr allerdings 435€ + ca. 83,30€ Werbungskostenpauschale, also insgesamt bis zu 518,30€ pro Monat verdienen und weiterhin familienversichert bleiben.
Solltet Ihr diese Grenze überschreiten oder bereits über 25 Jahre alt sein, müsst ihr Euch freiwillig versichern. Der vergünstigte studentische Tarif für Kranken- und Pflegeversicherung liegt in der Regel bei ca. 90€ pro Monat. Für diesen Tarif gibt es keine Verdienstgrenze mehr, hier gilt eine maximale wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden (sog. 20h-Regel), damit Ihr nach der Krankenversicherung noch als Studis („Werkstudent*in“) geltet.

Es muss also mit der Lohnerhöhung nicht gleich zum Problem bei Euch kommen. Für diejenigen unter Euch, bei denen das dennoch der Fall ist: Ihr könnt auch freiwillig Eure monatlichen Arbeitsstunden reduzieren und einfach weniger Arbeiten für das gleiche Geld 😉

Wenn das jetzt alles ein Bisschen zu kurz gefasst ist oder Ihr noch weitere Fragen habt, kommt gerne in unserer Sprechstunde jeden Dienstag zwischen 18 und 20 Uhr vorbei! Aufgepasst: am kommenden Dienstag, den 14.05. findet ihr uns ausnahmsweise nicht im AStA im FSK-Raum, sondern im Hörsaalgebäude in Raum +1/0120. Nach einer offenen Sprechstunde ab 18 Uhr findet dort ab 20 Uhr unsere Hilfskräfte-Vollversammlung statt.

Kommt vorbei und seid dabei!